Fachberatungsstelle Prostitution Hamburg

Aktuelles

Das Prostituiertenschutzgesetz

Seit dem 1. Juli 2017 gibt es in Deutschland ein neues Gesetz zur Prostitution, das Prostituiertenschutzgesetz.

Jeder Mensch, der in der Prostitution arbeitet - egal ob auf der Straße, im Bordell, zu Hause oder im Auto, ob in Vollzeit, in Teilzeit oder nur gelegentlich - muss sich als Prostituierte/ Prostituierter anmelden.

Mit der Anmeldung bekommst du eine Anmeldebescheinigung. Damit dein richtiger Name dort nicht zu sehen ist, kannst du für die Anmeldebescheinigung auch einen Arbeitsnamen (auch „Alias“ genannt) angeben.

Nur mit einer gültigen Anmeldebescheinigung darfst du arbeiten. Wenn du ohne Anmeldebescheinigung arbeitest, kann es sein, dass du ein Bußgeld bezahlen musst!

In Hamburg wird man sich wahrscheinlich erst ab  Oktober 2017 anmelden können. Bisher ist auch noch nicht klar, wo du dich anmelden kannst. Bis dahin wird auch nicht kontrolliert, ob du angemeldet bist.

Informationen für Prostituierte und Betreiber werden auf der offiziellen Website der Stadt Hamburg bereitgestellt und fortwährend aktualisiert.
www.hamburg.de/prostitution

So funktioniert die Anmeldung


1. Schritt: Du gehst zur Gesundheitsberatung

In der Gesundheitsberatung wirst du z.B. darüber aufgeklärt, wie du dich beim Sex vor Krankheiten und ungewollten Schwangerschaften schützen kannst.
Die Gesundheitsberatung ist Pflicht!

Nach der Beratung erhältst du einen Schein, den du mit zur Anmeldung nehmen musst.

Wenn du 18 - 21 Jahre alt bist, musst du alle 6 Monate zur Gesundheitsberatung gehen.

Wenn du über 21 Jahre alt bist, musst du alle 12 Monate zur Gesundheitsberatung gehen.

Du bekommst jedes Mal einen neuen Schein, den du bei der Anmeldestelle vorlegen musst. Wenn du das nicht machst, ist deine Anmeldebescheinigung nicht mehr gültig!


2. Schritt: Du gehst zur Anmeldung

Zur Anmeldung musst du einige Dokumente mitbringen:

  • einen Personalausweis/Pass
  • eine Meldeadresse/Zustelladresse
  • deine Staatsangehörigkeit, eventuell Arbeitserlaubnis
  • die Namen der Städte, in denen du arbeiten möchtest
  • 2 Portrait-Fotos
  • den Schein über die Gesundheitsberatung

Bei der Anmeldung findet auch ein Informations- und Beratungsgespräch statt. Hier wird dir erklärt, was für die Arbeit in der Prostitution wichtig ist und was deine Rechte und Pflichten sind.

Die Anmeldestelle gibt deine Daten an das Finanzamt weiter, Du musst also nach der Anmeldung Steuern zahlen!

Wenn du 18 - 21 Jahre alt bist, musst du deine Anmeldebescheinigung nach einem Jahr verlängern.

Wenn du über 21 Jahre alt bist, musst du deine Anmeldebescheinigung nach 2 Jahren verlängern.

Wenn du das nicht machst, ist deine Anmeldebescheinigung nicht mehr gültig!


3. Schritt: Du erhältst deine Anmeldebescheinigung

Ca. 5 Werktage nach deiner Anmeldung erhältst du deine Anmeldebescheinigung. Damit darfst du dann legal arbeiten.

Wichtig ist, dass du deine Anmeldebescheinigung und den Schein über die Gesundheitsberatung beim Arbeiten immer bei dir trägst! Wirst du ohne diese Dokumente kontrolliert, kann es sein, dass du ein Bußgeld bekommst!

Kosten

In Hamburg wird die Anmeldung kostenlos sein. Für die Gesundheitsberatung, für das Informations- und Beratungsgespräch und auch für die Anmeldebescheinigung brauchst du nichts zu bezahlen.

Übergangsfrist

Wenn du schon vor dem 1. Juli 2017 in Hamburg in der Prostitution gearbeitet hast, brauchst du noch nicht sofort eine Anmeldebescheinigung. Du hast dann Zeit bis zum 31.12.2017 um dich bei der Anmelde- und Erlaubnisstelle anzumelden.

Weitere Fragen und Infos

Die Anmeldepflicht ist nicht die einzige Veränderung durch das Gesetz für deine Arbeit.

Wenn du noch Fragen zum Prostituiertenschutzgesetz oder auch zu anderen Themen hast, ruf uns gern an:

Sperrgebiet St. Georg: 040. 24 66 24

Sperrgebiet St. Pauli: 040. 31 64 95